Kindeswohl und Kindeswille

Ich habe durch eine Richterin das erste Mal von dem Beruf des Verfahrensbeistandes gehört. Diese Richterin interessierte sich auch für die Methode und Behandlungen in Somatic Experiencing, nach Peter Levine. Nachdem sie einiges davon kennenlernte und meine pädagogischen Erfahrungen und Erkenntnisse erlebte, bot sie mir an, mich als Verfahrensbeiständin anzulernen, bzw. für gewisse Fälle einzusetzen. Ich übernahm ca. 5 Fälle in den darauffolgenden Monaten. Durch meine vielseitige berufliche Aufstellung und auch die Tatsache, dass die Richterin in Pension ging habe ich diesen Beruf nicht mehr weiterverfolgt. Allerdings habe ich diese kurze Zeit sehr intensiv aufgesaugt und mich „richtig“ gefühlt. Ich war überrascht mit welcher Selbstverständlichkeit ich hier eintauchen konnte. Zwischen streitenden Eltern zu sitzen in einem kleinen Gerichtssaal zwischen Anwälten und Jugendamt-Mitarbeitern, vor mir die Richterin und die Stimme des Kindes vertreten zu dürfen oder in Haushalte zu gehen und zu erspüren versuchen, dann zu beurteilen, wo das Kind besser aufgehoben ist, empfand ich als äusserst verantwortungsvolle Aufgabe. Meine Menschenkenntnis und mein pädagogisches Feingefühl waren mir hier sehr hilfreich. Ich würde, wenn die Zeit es mal wieder zulässt, sofort wieder einsteigen wollen. Auch habe ich ja so eine verkappte Wahrheitssucherin in mir, so eine innere Richterin…und eine Verteidigerin.Weniger für mich…aber: Besonders wenn es um Kinder geht, braucht es in Ehestreitigkeiten und Unterhaltsstreitigkeiten eine professionelle von aussen kommende Beurteilende. Das ist eine grandiose Erfindung, die viel zu selten genutzt wird (von Ehepartnern oder auch von Richtern). In dem Artikel unten können Sie lesen, wie ich die Methoden, die ich gelernt habe, einbringe und nutze.